Medizintechnik

Im Fokusbereich Medizintechnik beschäftigt sich der Fachbereich mit elektrotechnischen Ansätzen zur Diagnostik und individuellen Therapie von Krankheiten. Er arbeitet dabei eng mit medizinischen Fakultäten, vor allem im Rhein-Main-Verbund, zusammen.

Aktuelle Forschungsfragen

  • Wie können elektrotechnische Systeme und Methoden helfen, um Krankheiten zu erkennen und Menschen individuell zu therapieren?
Bild: Fachbereich etit

“Essence” steht hier nicht für die geläufige Übersetzung das “Wesentliche”, sondern für elektromagnetische Sensoren für Life Sciences .

Aber was genau sind eigentlich Life Sciences? Übersetzt spricht man einfach von Lebenswissenschaften oder Biowissenschaften, was den Kern der Disziplin recht gut widerspiegelt: Die Wissenschaft nimmt Prozesse und Strukturen von Lebewesen oder an denen Lebewesen beteiligt sind unter die Lupe.

Es geht um die Weiterentwicklung spezieller Sensoren

Das Vorhaben besteht aus elf einzelnen Forschungsprojekten, die der Weiterentwicklung einer speziellen Klasse von Sensoren dienen, welche die Wechselwirkung elektromagnetischer Felder mit Materie zur Messung und Kontrolle von Veränderungen nutzen sollen. Ziel ist es, durch interdisziplinare Kooperationen, der Anwendung innovative Prinzipien, Konzepte und Technologien neue Sensoren für die Lebenswissenschaften zu schaffen. Diese neue Sensorik zielt auf unterschiedliche Ebenen ab, wie z.B. Biomoleküle, Zellen, biologisches Gewebe, Substanzen oder Stoffgemische.

Dual-Mode-Mikrowellen-Applikator

Um Essence besser zu verstehen, schauen wir auf die Arbeit des Fachgebiets Mikrowellentechnik aus dem Fachbereich etit :

Hier arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Weiterentwicklung eines sogenannten “Mikrowellen-Applikatorsystem”, welches Tumoren nicht nur lokalisieren, sondern auch eliminieren kann. Daher auch die Bezeichnung “Dual-Mode-Mikrowellen-Applikator".

Das Stichwort “Mikrowelle” lässt die meisten zwar an ein Küchengerät denken, worum es hier aber nicht geht. Tatsächlich hat die Technik jedoch eine Verwandtschaft zu unserer Mikrowelle: Diese benutzt auch den Elektromagnetismus, um Dinge zu erhitzen.

Darüber hinaus muss der Mikrowellen-Applikator den Tumor präzise lokalisieren können um ihm dann anschließend thermisch zu entfernen. Die elektromagnetischen Wellen stellen dafür zunächst Gewebeanomalien fest und erhitzen diese dann, um sie zu bekämpfen.

Der Mikrowellen-Applikator zielt darauf ab, die bekannte minimalinvasive Therapieform der Ablation zu verbessern:

1. MRT-Kompatibilität d.h. Eingriff nicht unter CT d.h. keine Röntgenstrahlung für den Patienten und den Arzt

2. Dual Mode d.h verbesserte Positionierung des Applikators und damit größerer Behandlungserfolg

Genau das motiviert die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere: Die Perspektive Menschen zu helfen. Insbesondere ist das Ziel dem Applikator nicht nur für Tumore in anderen Körperteilen wie Lunge oder Brust zu verwenden.

Fördermittel vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte für das Jahr 2015 entschieden, das Schwerpunktprogramm “Essence” mit Fördermitteln zu unterstützen, an dem etwa sechs Jahre geforscht werden soll.