Technik, die begeistert

03.02.2020

Technik, die begeistert

Schülerinnen-Projekttage 2020 am Fachbereich etit

Vom 27. bis 29. Januar 2020 fanden die nun 4. Schülerinnen-Projekttage am Fachbereich etit statt. Aus der Eleonorenschule Darmstadt und der Melibokusschule Alsbach-Hähnlein besuchten rund 40 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5 bis 11 Workshops zu diversen Fachgebieten der Elektro- und Informationstechnik. Organisiert wurden die Projekttage vom dezentralen Gleichstellungsteam, mit dem Ziel, Schülerinnen nachhaltig für (Elektro-)Technik und ein etit-Studium zu begeistern. Unterstützung gab es von den Fachgebieten Mess- und Sensortechnik, Lichttechnik und Computational Electromagnetics.

Als die kleinen Roboter auf den Tischen zu tanzen begannen und Zwitscherlaute durch den Raum schickten, staunten die Schülerinnen nicht schlecht. Was sie vorher noch als schlichte Plastikbauteile aus dem 3D-Drucker holten, stand nun auf zwei Beinen vor ihnen und bewegte sich, sah sich mit großen Kulleraugen im Labor um. „Ha! Es blinkt!“, ruft eine Schülerin durch das Labor. Technik, die Begeisterung weckt.

Um mehr Frauen für ein Ingenieurstudium zu begeistern, fanden bereits zum vierten Mal die Schülerinnen Projekttage der Jahrgangsstufen 5 bis 11 statt. Aufgeteilt in drei Projektgruppen thematisierten sie jeweils unterschiedliche Aspekte von Technik und Wissenschaft: Neben den besagten tanzenden Robotern, die am Fachgebiet Mess- und Sensortechnik von Herrn Prof. Kupnik zusammengebaut und programmiert wurden, stand auch die „Entschlüsselung des Lichts“ am Fachgebiet Lichttechnik von Herrn Prof. Khanh auf dem Programm. Hier lernten die Schülerinnen, mithilfe von selbst gebauten und programmierten Taschenlampen geheime Botschaften zu senden und zu empfangen. In der dritten Projektgruppe am Fachgebiet Computational Electromagnetics von Herrn Prof. Schöps wurde Energieübertragung via Luft thematisiert; ein Kinderspiel, wenn man elektromagnetische Felder zu nutzen weiß. Finanzielle Unterstützung in Form einer Spende für die Durchführung kam seitens TE Connectivity. So konnten die Schülerinnen ihre Programme direkt auf einem USB-Stick speichern und mit nach Hause nehmen.

Das Gleichstellungsteam des Fachbereichs resümiert durchweg positiv: „Wir sind sehr zufrieden mit den diesjährigen Projekttagen. Die Mitarbeiter/innen der beteiligten Fachgebiete, aber auch die Lehrerinnen der Schulen sind mittlerweile routiniert und die Koordination wird für uns damit einfacher. Außerdem sind wir jedes Jahr wieder begeistert, wie positiv die Workshops bei den Schülerinnen ankommen. Manche Schülerinnen kennen die Projekttage bereits aus dem letzten und vorletzten Jahr. Eine Schülerin hat noch ihren Roboter von den letzten Projekttagen bei sich zuhause auf dem Nachttisch stehen. Zusammen mit ihrem Vater hat sie diesen weiterentwickelt. Das ist wundervoll. Genau das wollen wir erreichen.“

Zum Schluss der Projekttage trafen sich alle Schülerinnen in der Hochspannungshalle zum gemeinsamen Mittagessen. Sie hatten ihre tanzfähigen Roboter, Taschenlampen und Elektromotoren mitgebracht und tauschten sich über die Erfahrungen der letzten drei Tage aus. Damit etwas Bleibendes fortbesteht, dürfen die Schülerinnen ihre Versuchsaufbauten mit nach Hause nehmen. Und wer weiß: Vielleicht werden einige der Schülerinnen bald zu Studentinnen am Fachbereich etit, und sich zurückerinnern, an damals, als sie noch als Schülerinnen in den Laboren mit Begeisterung riefen: „Ha! Es blinkt!“

Das Darmstädter Echo berichtete ebenfalls über die Schülerinnen-Projekttage (zum Artikel).

Die Workshops im Überblick

Der tanzende Roboter (5. + 6. Klasse)

Einen eigenen kleinen Roboter aus dem 3D-Drucker selbstständig zusammenzusetzen, das war das Ziel der Schülerinnen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe. Ausgestattet wurden die Roboter mit kleinen Motoren, einem Ultraschallsensor sowie einem Mikrocontoller. Diese wurde dann programmiert. Auf diese Weise konnten sich die Roboter nicht nur fortbewegen, sondern auch Hindernissen ausweichen. Am Ende tanzten viele kleine bunter Roboter auf den Tischen vor den Schülerinnen.

Die Entschlüsselung des Lichts (7. + 8. Klasse)

Welchen Unterschied gibt es zwischen blauem und rotem Licht? Was bedeutet die Abkürzung LED? Und wie lassen sich mit Licht geheime Botschaften übermitteln? Um diese Fragen ging es im Workshop der Siebt- und Achtklässlerinnen. Am Ende konnten die Schülerinnen mit Hilfe eines programmierbaren Mini-Computers, einer LED und einer Fotodiode durch Modulationen des sichtbaren Lichts Informationen untereinander senden, empfangen und lesbar machen.

Energie durch die Luft schicken (10. + 11. Klasse)

Hochenergetisch ging es bei den Ältesten zu: Im Mittelpunkt des Workshops stand die Übertragung gigantischer Kräfte durch die Luft mittels elektromagnetischer Felder. Wie ist man überhaupt auf die Idee gekommen, Energie auf diesem Weg zu übertragen? Und wie funktioniert das genau? Mit Hilfe von Simulationsprogrammen konnten die Teilnehmerinnen eigene theoretische Vorhersagen machen, die dann an praktischen Beispielen überprüft wurden.

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