Drei Fragen an Dr.-Ing. Michael Muma

27.10.2017

Drei Fragen an Dr.-Ing. Michael Muma

Der Wissenschaftler der Signalverarbeitung wird Athene Young Investigator

Das Athene Young Investigator Programm der Technischen Universität Darmstadt fördert herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Weg zu einer Professur. Dr.-Ing. Michael Muma forscht über robuste Statistik am Fachgebiet Signalverarbeitung und ist einer der neuen Athene Young Investigators.

Seit 2009 ist Michael Muma Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Signalverarbeitung. Foto: H. Schmidt
Seit 2009 ist Michael Muma Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Signalverarbeitung. Foto: H. Schmidt

etit: Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur Förderung im Athene Young Investigators-Programm! Wie wichtig ist aus ihrer Sicht eine solche strukturierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses?

Muma: Vielen Dank. Das Athene Young Investigator-Programm ist eine wichtige und sinnvolle Förderung, die dabei hilft, Nachwuchswissenschaftler an der Universität zu halten. Im Rahmen solcher Programme wird die wissenschaftliche Unabhängigkeit unterstützt. Besonders hervorzuheben sind z.B. das Recht zur Betreuung eigener Doktorandinnen und Doktoranden und die Anerkennung als Nachwuchsgruppenleiter.

etit: Vom Fahrzeugbau bis hin zur Medizintechnik spielt Signalverarbeitung in vielen Anwendungsbereichen eine wichtige Rolle. Sie forschen über robuste Statistik. Was bedeutet ‚robust‘ und warum ist diese robuste Statistik in der Signalverarbeitung so wichtig?

Muma: Klassische Methoden der Signalverarbeitung treffen oftmals Annahmen über die Daten oder Messungen, die in der Praxis bestenfalls annähernd zutreffen. So kann es passieren, dass eine Methode, die optimal in einer Simulation funktioniert hat, wo alle Annahmen zutreffen, im Echtdaten-„Ernstfall“ einen hohen Leistungsabfall hat oder sogar komplett zusammenbricht. Die robuste Statistik in der Signalverarbeitung entwickelt hochperformante Verfahren, die nicht sensibel auf Ausreißer und andere Modellabweichungen reagieren. Dies ist in vielen Bereichen, Sie nannten bereits Automotive und Medizintechnik, in denen ich selbst geforscht habe, essentiell.

etit: Das Athene Young Investigator Programm der TU Darmstadt fördert Sie auf dem Weg zu einer möglichen Professur auch mit bis zu 15.000 Euro. Gibt es schon konkrete Projekte, die Sie in den nächsten Jahren mit Hilfe des Programms verwirklichen möchten?

Muma: In meinem Athene Young Investigator Projekt entwickele ich robuste Methoden, die in der Lage sind, die heutigen hochkomplexen Datenstrukturen und Aufgabenstellungen zu bedienen. Diese werden in der Biomedizin und in heterogenen Sensornetzwerken angewendet. Das Budget dient der Anschaffung von Equipment, sowie der Bezahlung von Hilfskräften zur Durchführung von Forschungsaufgaben. Außerdem ermöglicht es mir Auslandsaufenthalte, also das Besuchen von weltweit führenden Forschern aus dem Bereich der robusten Signalverarbeitung.

etit: Vielen Dank für das Interview und noch weiterhin viel Erfolg für ihre Forschungsarbeit!

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