"Zur Finanzierung des Auslandsaufenthaltes gibt es viele Möglichkeiten"

31.07.2019

„Zur Finanzierung des Auslandsaufenthaltes gibt es viele Möglichkeiten“

Austauschstudent Ho Thanh Tu Nguyen mit der Universidade de São Paulo im Interview

Ein Auslandsstudium bietet die einmalige Chance, für ein oder zwei Semester die vertraute Umgebung zu verlassen, ein neues Land und Leute kennenzulernen und die Sprachkenntnisse zu verbessern. Und die erworbenen Studienleistungen können natürlich auch angerechnet werden. Hier berichten wir in loser Folge von unseren Studierenden, die diese Erfahrung bereits gemacht haben.

Bilder: H. Nguyen

Der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik begrüßt und unterstützt den internationalen Studierenden-Austausch und pflegt daher Austauschkooperationen mit renommierten Partneruniversitäten: Derzeit hat etit weltweit ca. 80 Partner in 37 Ländern.

Für qualifizierte Studierende bieten Double Degree-Programme die Möglichkeit, mit nur wenig Studienzeitverlängerung sowohl den Master of Science an der TU Darmstadt als auch den entsprechenden Abschluss einer der Double Degree-Partneruniversitäten von etit zu erlangen.

Auf unseren Webseiten finden Sie alle weiteren Hinweise und Informationen zum Bewerbungsverfahren. Deshalb:

„Nicht zögern – unbedingt bewerben“

Infoveranstaltung mit Treffen der RückkehrerInnen und Austauschstudierenden am Donnerstag, 24.10.2019 um 13:30 Uhr in S3|06, 052

Bewerbungszeitraum: 01. – 30. November

Man sagt, der erste Eindruck lässt sich nicht mehr rückgängig machen: Was war Ihr erster Eindruck als Sie im Rahmen des Austauschstudiums im Land angekommen sind?

Als ich in Sao Paulo angekommen bin, hatte ich sofort einen positiven Eindruck von der Stadt und dem Land: Die Menschen waren alle sehr offen, warmherzig und hatten immer ein Ohr frei, wenn man Probleme hatte oder sich in dem Land nicht zurechtfand. Viel geholfen hat mir vor allem iPoli, eine für internationale Studierende organisierte Studierendengruppe, die uns in der Orientierungswoche nicht nur die Universität, sondern auch die schönsten Orte in Sao Paulo gezeigt hatten! Auch während des Semesters gab es zahlreiche Veranstaltungen, wie z.B. ein gemeinsamer Ausflug zum Strand oder ein von ihnen veranstaltetes Churrasco (bras. Barbecue). Das hat den Einstieg in den Alltag für Studierende sehr erleichtert!

Sie haben beide Universitäten kennengelernt. Was ist aus ihrer Sicht der größte Unterschied?

Der größte Unterschied zur TU Darmstadt ist definitiv das Noten- und Unterrichtssystem. Während es an der TUD meistens nur eine Prüfung gibt, die die gesamte Note des Moduls ausmacht, setzt sich die Note an der USP aus zwei Prüfungen (P1 und P2) sowie aus einer mündlichen Note zusammen, die sich aus Abgaben von „Hausaufgaben“ und für die Vorlesungen angefertigten Minitests ergeben. Ferner ist die Beziehung zwischen Professoren und Studierenden viel enger und persönlicher, was mir sehr geholfen hat, dass wenn ich z.B. ein Verständnisproblem mit der Aufgabe hatte, mich jederzeit persönlich an den Professoren wenden konnte. Diese zeigen gerade für ausländische Studierende sehr viel Kulanz und Toleranz.

Sie haben sicher auch viel von der ausländischen Kultur mitbekommen. Gibt es besondere Eindrücke, die Sie zurück mit nach Deutschland nehmen?

An der USP kamen sehr viele Studierende aus Südamerika, aber auch aus Frankreich und Italien. Mich hat vor allem die südamerikanische Kultur sehr angetan, da diese Menschen sehr fröhlich und gut drauf waren und jeder sehr gut tanzen konnte :). Aber eigentlich kamen wir alle sehr gut miteinander aus, sodass ich die Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft auf jeden Fall beibehalten möchte und in Zukunft versuchen werde, andere internationale Studierende, die nach Darmstadt kommen, zu helfen.

Was war ihr persönlicher Beweggrund, sich für das Auslandsstudium zu entscheiden?

Als Sohn von vietnamesischen Einwanderern war es meine Absicht, etwas komplett Neues zu erleben und zu entdecken. Aus diesem Grund war Südamerika, speziell Brasilien, sehr reizvoll, zumal ich drei Semester davor Portugiesisch gelernt habe. In diesem Kontext möchte ich mich nochmal persönlich bei meiner Professorin Adelaide Coleho Barreto Heil bedanken, die mich mit ihrem Unterricht erst richtig motiviert hat, nach Brasilien zu gehen und dort ein ganzes Jahr zu verbringen.

Hat es Sie auch fachlich in ihrem Studium weitergebracht – und wenn ja auf welche Weise?

Fachlich hat es mich auf jeden Fall weitergebracht, da das Studium aufgrund des Notensystems verlangt, dass man sich so gut wie jeden Tag mit dem Unterrichtsstoff auseinandersetzen muss. Positiv ist hier auch hervorzuheben, dass mein Studiengang an der USP viel Praktisches in Form von Laborarbeiten anbietet. Durch die Nähe zum Professor gewinnt man auch direkt die Erkenntnis, wofür man das Gelernte braucht und in welchen Gebieten man es anwenden kann.

Glauben Sie, dass ein Auslandsaufenthalt Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bietet?

Selbstverständlich! Ein Auslandsaufenthalt privilegiert einen Arbeitnehmer für eine gewünschte Stelle, zumal wir uns in einem Zeitalter der Globalisierung befinden. Das erkennt man selbst an der TUD, wo mittlerweile sehr viele Studierende aus Südamerika und Asien kommen. Durch einen Auslandsaufenthalt beschäftigt man sich schon früh mit anderen Kulturen und man würde sich für jedes Unternehmen, das auf Auslandskontakte baut, attraktiv machen. Zumal werden im Ausland die Englischkenntnisse stets verbessert, da man immer mit Menschen aus dem Ausland in Kontakt kommt und Englisch die globale Sprache ist.

Was würden Sie interessierten Studierenden raten, die sich gerade jetzt überlegen, ob Sie sich für ein Auslandsstudium bewerben sollen? Gibt es nützliche Tipps?

Das allerwichtigste ist, sich darüber klar zu werden, wie man ein Auslandsstudium finanzieren kann. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, wie z.B. das DAAD-Stipendium oder Auslands-Bafög. Ich habe vom letzteren Anspruch genommen, wobei ich nur allen raten kann, sich darum so schnell wie möglich zu kümmern (am besten mindestens 6 Monate im Voraus). Des Weiteren ist es noch wichtig zu schauen, welche Sprachen in dem Land, für das man sich interessiert, gesprochen wird. In Brasilien gibt es nicht so viele Menschen, die sehr gut Englisch sprechen und verstehen können, sodass es hier z.B. empfehlenswert ist, Portugiesisch-Sprachkurse zu besuchen. Auch das frühe Auseinandersetzen mit der Kultur und dem Klima ist relevant, um beurteilen zu können, ob ein Auslandsaufenthalt im anvisierten Land wirklich das Richtige für einen ist.

Förderung und Stipendien:

Bei Semester- oder Jahresaufenthalten an europäischen Partneruniversitäten der TU Darmstadt erhalten TU Darmstadt-Studierende in der Regel einen studiengebührenbefreiten Studienplatz und ein Erasmus+ Stipendium.

Bei Aufenthalten an Partneruniversitäten außerhalb von Europa erhalten TU Darmstadt-Studierende einen studiengebührenbefreiten Studienplatz und können sich separat auf verschiedene Stipendien bewerben. Hierfür gibt es Möglichkeiten an der TU Darmstadt selbst (z.B. PROMOS, Future Leaders Scholarship) oder bei externen Stipendiengeber_innen (z.B. DAAD Jahresstipendium, Fulbright Studienstipendium). Das Referat für internationale Beziehungen berät Sie gerne!

Auf unseren Webseiten finden Sie alle weiterführenden Hinweise und Informationen zum Bewerbungsverfahren sowie ausführliche Erfahrungsberichte von Studierenden.

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