„On the road again“

31.05.2017

„On the road again“

Professor Thomas Weiland in den Ruhestand verabschiedet

Ein Festkolloquium würdigte am 12. Mai Professor Weilands umfangreiches Schaffen in Wissenschaft, Wirtschaft und akademischer Selbstverwaltung. Zu den zahlreichen Gästen, die ihm für seinen langjährigen Einsatz für die Technische Universität Darmstadt und den Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) dankten, zählten TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel sowie der Prodekan des Fachbereichs, Professor Klaus Hofmann.

Bilder: Y. Späck-Leigsnering

Thomas Weiland, der bereits an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt studiert hatte, kehrte im Jahr 1989 – nach zahlreichen Zwischenstationen an renommierten Institutionen im In- und Ausland – an seine Alma Mater zurück und übernahm die Leitung des Instituts für Theorie Elektromagnetischer Felder (TEMF). Neben seinen herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, die unter anderem mit dem Leibniz-Preis, dem bedeutendsten deutschen Wissenschaftspreis, ausgezeichnet wurden, war er in zahlreichen Gremien und Positionen für die TU Darmstadt sowie den Fachbereich etit aktiv: So etwa im Senat der Universität oder als mehrfacher Dekan und Prodekan des Fachbereichs.

Die Unterstützung seiner Universität und seines Fachbereichs erfolgte jedoch nicht nur auf der immateriellen Ebene, sondern auch durch finanzielle Unterstützung. Im Jahr 2014 gründete er die Thomas Weiland-Stiftung, die seitdem besonders talentierte Masterstudierende der TU Darmstadt fördert. Im Dezember 2016 präsentierte er „seiner“ Universität ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk: einen Millionenbetrag für die Errichtung eines neuen Gebäudes für den Fachbereich an der Landgraf-Georg-Straße.

Angesichts dieser Großzügigkeit nahm es Professor Volker Hinrichsen seinem Kollegen Weiland nicht übel, dass er als „Hausherr“ der jetzigen Hochspannungshalle nach derzeitigem Planungsstand für den Neubau weichen muss. Vielmehr lenkte er auf dem Festkolloquium den Blick auf die neuen Forschungsmöglichkeiten, die sich stattdessen nun in Griesheim auf dem August-Euler-Flugplatz bieten werden. Dort wird eine Versuchseinrichtung erbaut, mit der die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung erforscht werden soll. Mit dieser Option für die Langstrecken-Stromübertragung könnten zukünftig vielleicht die viel zitierten „Monstertrassen“ vermieden werden.

Prägende Gestalt in Darmstadt

Durch den Neubau und dem damit verbundenen Weichen der Hochspannungshalle würde Professor Weiland erneut das Gesicht Darmstadts prägen, denn bereits Anfang der 1990er Jahre gründete er die Computer Simulation Technology (CST) AG mit Sitz in der Wissenschaftsstadt. Seitdem wurden durch die Firma mehrere hundert Arbeitsplätze in Darmstadt geschaffen. Heute ist sie, wie der CST-Vorstand Dr.-Ing. Peter Thoma erläuterte, international führend für die Entwicklung von Software zur Simulation elektromagnetischer Felder, die beispielsweise im Flugzeug- oder Antennenbau zum Einsatz kommt.

In der anschließenden Abendveranstaltung drückte Prodekan Hofmann gegenüber Weiland seinen tiefsten Dank für dessen langjähriges Engagement zum Wohle des Fachbereichs etit aus. Auch TU-Präsident Prömel hob, neben Weilands herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, sein Engagement im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung hervor. Weiland habe ihn, so Prömel mit einem Augenzwinkern, einiges an Arbeitsstunden gekostet. Denn für Sitzungen mit Weilands Beteiligung habe es stets einer gesonderten Vorbereitung bedurft, um mit seiner Expertise in Angelegenheiten des Finanzmanagements mithalten zu können.

Einen ganz besonderen Wunsch nahm Weiland schließlich von seinem Nachfolger Professor De Gersem entgegen. Er sei an seinem alten Institut immer herzlich willkommen. Doch in Anspielung auf seine umfangreiche Reisetätigkeit und die von ihm auf diesen Reisen benutzte Grußformel wünschte De Gersem seinem Vorgänger, dass er noch lange Jahre von unterwegs mit „tw on the road“ grüßen möge.

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