Erfolgreiche Energieforscher

02.03.2017

Erfolgreiche Energieforscher

Zwei etit-Wissenschaftler mit Energiepreisen 2017 ausgezeichnet

Im Rahmen der 9. Darmstädter Energiekonferenz wurden gleich zwei Wissenschaftler von etit ausgezeichnet: Wael Alkhatib erhielt für seine Master Thesis den mit 1.000 Euro dotierten Preis des TU Darmstadt Energy Center e.V. Martin Coumont wurde für seine Master Thesis mit dem mit ebenfalls 1.000 Euro dotierten Sonderpreis des Beirats des TU Darmstadt Energy Center e.V. ausgezeichnet. Beide Preisträger forschen derzeit als Wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich.

Martin Coumont (2. v. links) und Wael Alkhatib (2. v. rechts) erhielten für ihre Masterarbeiten einen der 2017 verliehenen Energiepreise. Foto: Thomas Lenz
Martin Coumont (2. v. links) und Wael Alkhatib (2. v. rechts) erhielten für ihre Masterarbeiten einen der 2017 verliehenen Energiepreise. Foto: Thomas Lenz

Wael Alkhatib entwickelte in seiner Abschlussarbeit zum Thema „Hybrid Large Scale Power Consumption Forecasting“ einen mehrstufigen Ansatz zur Modellierung des Energieverbrauchs einer repräsentativen Teilmenge der Bevölkerung innerhalb einer Region. Relevant sind solche genauen Prognosemodelle des langfristigen Stromverbrauchs seit der Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes. Denn: dadurch veränderte sich der Strommarkt hin zu einem wettbewerbsfähigeren Versorgungsmarkt mit einer effizienteren Stromerzeugung.

In seiner Master Thesis entwickelte Wael Alkhatib ein Modell zur Vorhersage des Energieverbrauchs in der Bevölkerung. Foto: Thomas Lenz
In seiner Master Thesis entwickelte Wael Alkhatib ein Modell zur Vorhersage des Energieverbrauchs in der Bevölkerung. Foto: Thomas Lenz

Das Modell des etit-Wissenschaftlers bezieht individuelle Kundeninformationen, Gebäudeeigenschaften und Demographie ein und ermöglicht dem Energieversorgern so, den künftigen Verbrauch von bestehenden Kunden und potenziellen Neukunden in der gesamten Bevölkerung einer bestimmten Region schätzen zu können. Die Schätzungen lassen sich zudem auf ähnliche Regionen übertragen. Weiterhin wurde im Rahmen der Arbeit ein Modell zur kurzfristigen Prognose des Stromverbrauchs von einzelnen Gebäuden entworfen. Dies wird dazu genutzt, den Stromverbrauch und das Verbrauchsmuster in den kommenden 24 Stunden vorherzusagen. Derzeit ist Alkhatib Wissenschaftlicher Mitarbeit am Fachgebiet Multimedia Kommunikation von Professor Ralf Steinmetz.

Martin Coumont geht in seiner Masterarbeit mit dem Titel „Untersuchung der spektralen Anregung von Nearest-Level-Control für Modulare Multilevel Umrichter im Frequenzbereich bis 30 MHz“ der Frage nach, in welcher Weise die unter anderem für die in Deutschland geplante Hochspannungsgleichstromübertragungsstrecken (HGÜ) eingesetzte VSC-Technologie einen elektromagnetischen Störeinfluss durch Anregung von hochfrequenten Oberschwingungen in der Spannung der Umrichter ausüben kann.

Insbesondere untersucht Coumont, der seine Arbeit am Fachgebiet Leistungselektronik von Professor Gerd Griepentrog angefertigt hat und jetzt am Fachgebiet E5 von Professor Jutta Hanson arbeitet, das Frequenzverhalten der VSC-Umrichter im Frequenzbereich bis 30 MHz in Abhängigkeit der gängigsten Ansteuerverfahren und identifiziert und quantifiziert mögliche Einflussgrößen auf die Spektrale Anregung. Die Arbeit stellt in diesem Zusammenhang einen Beitrag zur prädiktiven Bewertung der Störaussendung von VSC-Umrichtern dar.

Im Rahmen der 9. Darmstädter Energiekonferenz des TU Darmstadt Energy Center e. V. wurden die Fragen der Strom- und Wärme-Erzeugung sowie deren Verteilung, Speicherung und Nutzung diskutiert. In Bezug auf intelligente Netze, die diesen Fragen mit flexiblen Lösungen begegnen sollen, ist Energie 4.0 mehr als nur ein Modebegriff. Mit ihm sollen die Prozesse der Digitalisierung der Energiewirtschaft beschrieben und forciert werden.

Die Abschlussarbeiten der beiden etit-Wissenschaftler werden dem Anspruch, Wissen zu generieren, das wissenschaftlichen Standards genügt und gleichzeitig anwendungsbezogen ist, mehr als nur gerecht. Damit erfüllen sie die Anforderungen, für die Prof. Matthias Rehahn, Vizepräsident für den Wissens- und Technologietransfer der Technischen Universität Darmstadt, plädierte: Einen interdisziplinären Ansatz, um die Probleme der Energiewende zu lösen. Dabei müssen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eng verzahnt zusammenarbeiten.

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