Wirkungsstarkes Echo

22.07.2019

Wirkungsstarkes Echo

Ann-Kathrin Seifert gewinnt Best Student Paper Award für Forschung über radarbasierte Ganganalyse

Mithilfe von Radar lassen sich Asymmetrien im menschlichen Gang erkennen. Dies beweist die Forschung von Ann-Kathrin Seifert vom Fachgebiet Signalverarbeitung unter Prof. Zoubir. Auf der diesjährigen IEEE Radar Conference in Boston präsentierte die Nachwuchswissenschaftlerin ihre Forschungsergebnisse und erhielt den Best Student Paper Award.

v.l.n.r.: Prof Amin (Villanova University), Ann-Kathrin Seifert sowie ihr Doktorvater Prof. Zoubir
v.l.n.r.: Prof Amin (Villanova University), Ann-Kathrin Seifert sowie ihr Doktorvater Prof. Zoubir

In vielen Bereichen unseres täglichen Lebens spielen hochmoderne Radarsysteme eine wichtige Rolle, wie z.B. in der Flugsicherung, bei der Geschwindigkeitsüberwachung sowie in Fahrerassistenzsystemen. In jüngster Vergangenheit findet Radar zunehmend Anwendung in der Medizintechnik. Zum Beispiel in der Erkennung von Gangasymmetrien, wie die Forschung von Ann-Kathrin Seifert vom Fachgebiet Signalverarbeitung beweist: „Wir konnten zeigen, dass sich die Gangasymmetrien einzelner gehbehinderter Personen mit hoher Zuverlässigkeit anhand der reflektierten Radarsignale erkennen lässt.“ In Kooperation mit Prof. Amin (Villanova University, USA) und der Villanova School of Nursing wurden dazu experimentelle Radardaten von vier Personen mit diagnostizierten Gangstörungen aufgenommen.

Seit 2015 forscht Frau Seifert im Bereich der Signalverarbeitung für die radarbasierte Ganganalyse. Ihren Forschungsbeitrag präsentierte sie auf der diesjährigen IEEE Radar Conference in Boston und überzeugte die Kommission: Gegen vier andere Finalisten konnte sie sich durchsetzen und wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. „Das war natürlich ein tolles Gefühl“, so Seifert. „Ich hoffe, dass ich nachhaltig Interesse für dieses spannende Forschungsfeld wecken konnte.“

Doch stellt sich bei der direkten Bestrahlung von Körperteilen durch Radarwellen aus nächster Nähe auch die Frage nach den gesundheitlichen Folgen. Ist das nicht gefährlich? Die Forscherin gibt Entwarnung: „Unser verwendetes Radarsystem mit einer Sendefrequenz von 24 GHz hat eine vergleichsweise geringe Sendeleistung, sodass gesetzliche Grenzwerte um ein Vielfaches unterschritten werden.“

Asymmetrischer Gang liegt immer dann vor, wenn das rechte und linke Bein unterschiedliche Bewegungen ausführen. Dies kann ein Anzeichen für beispielsweise neuronale Erkrankungen sein, die oft nur eine Körperhälfte betreffen. Physiotherapeuten arbeiten in der Rehabilitation mit Patienten nach einer Verletzung oder Operation daran, wieder einen symmetrischen Gang herzustellen. Mit der Erkennung von Gangasymmetrien, beispielsweise mittels Radar, ist der erste Schritt zur Heilung getan.

zur Liste