Die widerstandsfähige digitale Stadt

22.06.2019

Die widerstandsfähige digitale Stadt

Neues LOEWE-Zentrum mit 17,4 Millionen Euro Förderung

Die TU Darmstadt kann im Rahmen des hessischen Forschungsförderungsprogramms LOEWE ein neues Zentrum etablieren – es trägt den Titel „Die Resiliente Digitale Stadt” und wird bis Ende 2023 mit insgesamt 17,4 Millionen Euro gefördert. Dies gab das Hessische Wissenschaftsministerium bekannt. An dem Verbundprojekt sind mehrere Professorinnen und Professoren des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) beteiligt.

Im LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ werden Lösungen erarbeitet, die in Krisenfällen einen Notbetrieb für und mit Informations- und Kommunikationstechnologien in Großstädten sicherstellen. Foto: Pixabay
Im LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ werden Lösungen erarbeitet, die in Krisenfällen einen Notbetrieb für und mit Informations- und Kommunikationstechnologien in Großstädten sicherstellen. Foto: Pixabay

Das LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ („Resiliente Digitale Stadt“) wird Lösungen erarbeiten, „die in Krisenfällen einen Notbetrieb für und mit Informations- und Kommunikationstechnologien sicherstellen, schnelle Hilfe ermöglichen und eine effiziente Rückkehr zur Normalität unterstützen“, erläutert der wissenschaftliche Koordinator des Zentrums, der Informatik-Professor und Zweitmitglied am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) Matthias Hollick.

Dazu müsse sich die Technologie bereits im Normalbetrieb kontinuierlich „selbst-vorbereitend“ auf Krisensituationen einstellen und diese autonom detektieren“, so Hollick. In Notlagen sollen überlebenswichtige Dienste beschleunigt bereitgestellt werden. Das gewonnene Erfahrungswissen soll helfen, bei künftigen kritischen Situationen besser vorbereitet zu sein.

Das ist auch dringend erforderlich: Im Jahr 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Für das Wachstum von Städten sind anpassungsfähige und effiziente Infrastrukturen unerlässlich. Digitale Städte der Zukunft nutzen vermehrt Informations- und Kommunikationstechnologien, um vernetzte Infrastrukturen etwa in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Staat und Verwaltung bereitzustellen. Die Abhängigkeit dieser Systeme aus Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt stetig zu – und sie werden durch Naturereignisse, menschliches und technisches Versagen sowie Gewalt und Terror verwundbar.

Teams von 23 Professorinnen und Professoren aus Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau, Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, Architektur, Wirtschaftswissenschaften sowie Rechtswissenschaften werden gemeinsam im universitären Verbund forschen. Die Federführung hat die TU Darmstadt, Partner sind die Universität Kassel und die Universität Marburg. Vom Fachbereich etit sind die Professoren Anja Klein, Florian Steinke, Abdelhak Zoubir, Heinz Koeppl und Ralf Steinmetz an dem Projekt beteiligt.

Zusammen mit der Digitalstadt Darmstadt wird ein emergenCITY-Lab zur praxisnahen Erprobung von Lösungen etabliert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bringt als weiterer Partner die gesamtheitliche Behörden- und Anwendungssicht ein.

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