Drei Fragen an Dr. rer. nat. Tatiana Tatarenko

18.04.2019

Drei Fragen an Dr. rer. nat. Tatiana Tatarenko

Die Nachwuchswissenschaftlerin wird Athene Young Investigator

Auch in der neuen Förderrunde des Athene Young Investigator-Programms ist der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik wieder mit von der Partie: Tatiana Tatarenko vom Lehrstuhl Regelungsmethoden und Robotik von Professor Adamy wurde in den Kreis der Geförderten aufgenommen. Wir haben mit ihr gesprochen.

etit: Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur Förderung im Athene Young Investigator-Programm! Ihr Forschungsthema lautet: „Effiziente verteilte Methoden für die Optimierung von Multiagentensystemen“. Was verbirgt sich konkret hinter diesem Titel und wo liegen die Herausforderungen bei Ihrer Forschungsarbeit?

Tatarenko: Vielen Dank! Heutzutage gibt es eine Vielfalt von technischen Systemen, bei denen mehrere, auf gewisse Weise verbundene Agenten, festgelegte Ziele erreichen müssen. Zum Beispiel sollen beim maschinellen Lernen mehrere Prozessoren in einer verteilten Handware-Architektur nach einem passenden Modell suchen, das wichtige Zusammenhänge in Big Data entdeckt. Jeder Prozessor verfügt dabei nur über eine Submenge von Datenpunkten und damit Informationen, die ihm zugeteilt sind.

Ein anderes Beispiel ist die Energiehandlung zwischen Microgrids in einem Smart Grid: Die Microgrids müssen ihre Pläne für den Energiekonsum so bestimmen, dass ihre eigenen Kosten minimiert werden. Die Energietarife hängen dabei von der gesamten Nachfrage im Netz ab. Jedes Microgrid kennt jedoch nur seinen eignen Bedarf an Energie und muss die Nachfrage an die Änderung der Tarife anpassen.

Wir benötigen hier Methoden, die solche Systeme, so genannte Multiagentensysteme, effizient zum Ziel führen. In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der Entwicklung von Optimierungsalgorithmen für bestimmte Klassen von Problemen, die in Multiagentensystemen mit unterschiedlichen Informationsbeschränkungen zu lösen sind.

etit: Frau Tatarenko, wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine solche strukturierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses?

Tatarenko: Für eine erfolgreiche Karriere in der Wissenschaft ist es meines Erachtens sehr wichtig, möglichst früh wissenschaftsspezifische Kompetenzen zu vertiefen und ein Netzwerk in der wissenschaftlichen Welt aufzubauen. Das Athene Young Investigator Programm eröffnet Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der TU Darmstadt einen attraktiven Weg, diese Ziele schneller zu erreichen.

Vor allem bietet das Programm die Möglichkeit, die wissenschaftliche Selbstständigkeit zu erhöhen, indem ernannte Investigator ihre eigenen Doktoranden betreuen und in der akademischen Selbstverwaltung mitwirken. Außerdem wird ein außerfachliches Qualifikationsprogramm an der TU Darmstadt angeboten. Dort kann man Informationen über die notwendigen weiteren Karriereschritte erhalten.

etit: Das Athene Young Investigator Programm fördert Sie auch mit 7.500 Euro pro Jahr (Förderlaufzeit von 3+2 Jahren). Gibt es schon konkrete Projekte, die Sie in den nächsten Jahren mit Hilfe des Programms verwirklichen möchten?

Tatarenko: Zusammen mit dem Doktoranden Jan Zimmermann arbeiten wir jetzt an einem Projekt im Rahmen des Schwerpunktprogramms „DFG SPP 1984 – Hybrid and multimodal energy systems: System theory methods for the transformation and operation of complex networks“, in dem wir einen strukturellen Ansatz für die verteilte Optimierung in Smart Grid entwickeln. Mit der Förderung des Athene Young Investigator Programms wollen wir wissenschaftliche Konferenzen besuchen und forschungsbezogene Auslandsaufenthalte organisieren, um internationale Kooperationen zu erweitern und weitere Anträge für die Einwerbung von Drittmittel vorzubereiten.

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