Einfach mal abschalten

Smartes Smartphone für einen entspannten Feierabend

2014/09/25 von

Forscher am Fachgebiet Multimedia Kommunikation bei etit entwickeln gemeinsam mit Kollegen aus Kassel ein wirklich smartes Smartphone: Das Gerät erkennt die aktuelle Situation des Nutzers, ist er beispielsweise noch auf der Arbeit oder hat er schon Freizeit. Selbstständig kann es dann entscheiden, ob ein Anruf oder eine Nachricht wirklich dringend ist.

Jeder Mensch verfügt täglich über ein bestimmtes Maß an Aufmerksamkeit. Wird ihm ständig mehr Aufmerksamkeit abverlangt, als er aufbringen kann, führt dies zu einer kognitiven Überlastung – der sogenannte Burn-out droht. Ausgerechnet mit dem Smartphone möchten Wissenschaftler von etit in einem neuen Projekt die Work-Life-Balance wieder ausgleichen. Dabei verdanken doch viele berufstätige Menschen gerade dem Smartphone, dass sie kaum mehr zur Ruhe kommen.

Denn: Smartphones sind gar nicht wirklich smart. Sie leiten einfach nur die Informationen weiter, die sie bekommen – ohne Wenn und Aber. Jederzeit ist man erreichbar, auch noch nach Feierabend. Bekommt man gerade keine E-Mail, klingelt der Terminkalender und erinnert an das nächste wichtige Meeting. Smartphones und das mobile Internet sorgen dafür, dass wir durchgehend ansprechbar sind. Nur: Ob wir dazu auch in jeder Situation bereit sind, danach fragt das Smartphone nicht.

In einem interdisziplinären LOEWE-Projekt arbeiten die Wissenschaftler aus Darmstadt und Kassel nun an einer Software, die das Smartphone wirklich smart macht – und den Feierabend wieder zur Entspannung freigibt.

Software schont die Nerven der „always onliner“

Man kennt das aus eigener Erfahrung: Das Smartphone wird doch nie komplett ausgeschaltet. Insbesondere dann nicht, wenn man privat und beruflich das gleiche Gerät benutzt. Und ist das Gerät eingeschaltet und liegt auf dem Tisch, dann schaut man auch darauf, wenn es klingelt.

Hier soll die neue Software „Social Link“ Abhilfe schaffen und die Nerven gestresster „always-onliner“ schonen. Denn: Die Software bringt mobilen Geräten das Wenn und Aber bei. Über vernetzte Sensoren im Smartphone erkennt „Social Link“, in welcher Situation sich der Nutzer gerade befindet: Ist er beispielsweise auf der Arbeit oder hat er Freizeit und joggt durch den Park. Die Software entscheidet dann kontextsensitiv, welche Anrufe und Nachrichten wirklich wichtig und dringend sind. Die in der jeweiligen Situation unwichtigen Informationen werden, ähnlich wie bei einem SPAM-Filter, vorerst zurückgehalten und können abgerufen werden, wenn es wieder passt.

Der „ich schaue alle fünf Minuten auf mein Smartphone“-Nutzer könnte also dank „Social Link“‘ bald der Vergangenheit angehören.