Unfallfrei dank PRORETA

Drittes Forschungsprojekt zum unfallvermeidenden Fahrzeug abgeschlossen

12.09.2014 von

Nach dreieinhalbjähriger Forschungsarbeit ist PRORETA 3 abgeschlossen: Das ganzheitliche Fahrerassistenz- und Manöverautomationskonzept unterstützt den Fahrer dabei, sein Fahrzeug in sichere Bahnen zu lenken – mit dem obersten Ziel, Unfälle zu vermeiden. Von etit waren die Fachgebiete Regelungsmethoden und Robotik von Professor Adamy sowie Regelungstechnik und Mechatronik von Professor Konigorski an dem interdisziplinären Projekt beteiligt.

PRORETA im Einsatz: Beim Durchfahren einer Bausstelle wird der Fahrkorridor dargestellt. Bild: Continental

Der internationale Automobilzulieferer Continental und die Technische Universität (TU) Darmstadt haben im Rahmen des dreieinhalbjährigen Forschungsprojekts PRORETA 3 ein ganzheitliches Fahrerassistenz- und Manöverautomationskonzept erforscht. Die Innovation von PRORETA 3: Eine Vernetzung von Assistenzsystemen wie Spurhalteassistenten oder Kollisionswarner. Denn bisher funktionieren solche Assistenzsysteme in Fahrzeugen wie unabhängige Systeme.

Durch die Vernetzung kann die vorhandene Sensorinfrastruktur im Fahrzeug optimal ausgenutzt werden. So wird die Fahrerin oder der Fahrer von einem durchgängigen System für Fahrsicherheit und Assistenz unterstützt – mit dem obersten Ziel, Unfälle zu vermeiden.

Fahrzeug wird permanent in sicherem Fahrkorridor gehalten

Während des Fahrens wird das Fahrzeug permanent in einem verkehrsregelkonformen und sicheren Fahrkorridor gehalten – dem sogenannten Sicherheitskorridor. Dies geschieht, solange wie möglich, frei von intervenierenden Eingriffen.

Nur in kritischen Situationen wird gewarnt oder, falls nötig, mit Korrekturmanövern eingegriffen, zum Beispiel in zu schnell gefahrenen Kurven, bei plötzlich auftauchenden Hindernissen, in Kreuzungs- und Baustellensituationen sowie bei Abbiegemanövern, drohender „Geisterfahrt“ oder Nichtbeachten der Rotphase einer Ampel.

Die PRORETA 3-Forschungsergebnisse sowie das Forschungsfahrzeug wurden am 11. September auf dem August Euler Flugplatz in Griesheim der Öffentlichkeit präsentiert.

Forschungskooperation mit langjähriger Tradition – Zwölf Jahre PRORETA

PRORETA 3 wurde im Jahr 2011 gestartet und ist bereits das dritte interdisziplinäre Forschungsprojekt von Continental und der TU Darmstadt zum Unfall vermeidenden Auto. Von Seiten der TU Darmstadt sind die Fachgebiete Fahrzeugtechnik, Arbeitswissenschaft, Regelungsmethoden und Robotik sowie Regelungstechnik und Mechatronik beteiligt.

Das erste PRORETA-Projekt (2002-2006) befasste sich mit einem Assistenzkonzept für Notbremsungen und Notausweichen vor Hindernissen wie vorausfahrendem oder stehendem Verkehr. Bei PRORETA 2 (2006-2009) wurde ein Überholassistent vorgestellt, der Unfälle mit entgegenkommendem Verkehr verhindern kann. Bereits seit den 1980er Jahren arbeiten die Technische Universität Darmstadt (damals Technische Hochschule) und Continental an gemeinsamen Forschungsprojekten.