Mobile und stabile Datenverbindung

Forscherteam von etit entwickelt LCD-Antenne für mobile Endgeräte

13.11.2013 von

Die Antenne ermöglicht eine stabile Datenverbindung zu Kommunikationssatelliten. Dies ist die Grundvoraussetzung für mobile Online-Anwendungen in Autos, Schiffen oder Flugzeugen. Für Ihre Arbeit erhielten Dr.-Ing. Onur Hamza Karabey und Sebastian Strunck den Literaturpreis der ITG 2013.

Dr.-Ing Onur Hamza Karabey, Sebastian Strunck und Prof. Dr.-Ing. Ingo Wolf (VDE Vorsitzender) bei der Preisverleihung. Bild: Sebastian Strunck

Die zweidimensional abstimmbare, phasengesteuerte Gruppenantenne basiert auf der Flüssigkristall-Technologie. Dadurch ist die Antenne mit einer Gesamthöhe von nur 1,5 Millimetern extrem flach und kann in die Außenhülle eines Fahrzeugs integriert werden. Die Antenne kann mit Hilfe von automatisierten Herstellungsprozessen, ähnlich der LCD-Technik (Liquid Crystal Display), hergestellt werden. Die Produktionskosten bei der Herstellung von großen Arrays von etwa 40 Quadratzentimetern sind somit selbst für kleine Stückzahlen relativ niedrig und vergleichbar mit dem Preis eines 15,6 Zoll LCDs. Die Antenne der Darmstädter Forscher entspricht damit genau den stark nachgefragten Anforderungen nach einer kostengünstigen, kompakten, flachen und schwenkbaren Antenne, die nahtlos in mobile Endgeräte integriert werden können.

Für Ihre Erfindung, die die Darmstädter Forscher erstmals bei der IEEE Transactions on Microwave Theory and Techniques (MTT) 2012 unter dem Titel “A S-D Electronically steered Phased-Array antenna with 2x2 elements in LC Display Technology” veröffentlichten, wurden sie jetzt mit dem Literaturpreis der ITG 2013. Hiermit würdigt die ITG (Informationstechnische Gesellschaft im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) jährlich herausragende wissenschaftliche Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Informationstechnik.


Zu Person

Dr.-Ing. Onur Hamza Karabey wurde 1983 in Istanbul geboren. Er studierte Elektrotechnik an der Middle East Technical University, Türkei und er TU Darmstadt, wo er 2013 promoviert wurde. Seine derzeitigen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Breitbandmaterialcharakterisierung und steuerbarer Mikrowellenanwendungen mit Hilfe von anisotropem Flüssigkristall. Mit seinen Forschungsarbeiten gewann er den „Ideenwettbewerb 2011“ der TU-Darmstadt sowie den Leopold P. Felsen Preis 2013. Seine Doktorarbeit wurde als herausragende Dissertation vom Springerverlag ausgezeichnet.

Sebastian Strunck wurde 1981 in Bremen geboren. Nach seinem Ingenieursdiplom an der Berufsakademie Mannheim schloss er seinen Master of Science an der Hochschule Mannheim an. Seit März 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mikrowellentechnik bei etit an der TU Darmstadt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der steuerbaren Mikrowellenkomponenten mit Flüssigkristallen. Darunter fallen neben veränderbaren Polarisatoren auch Phasenschieber für diverse, abstimmbare Bauteile.