Intelligente Schutzbrille

Studierende von etit entwickeln eine Brille, die mitdenkt

21.10.2013 von

Studierende des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik haben eine intelligente Schutzbrille entwickelt. Die Brille schlägt Alarm, wenn sie nicht ordnungsgemäß getragen wird. Mit ihrer Entwicklung belegten die angehenden Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker den ersten Platz beim diesjährigen COSIMA-Wettbewerb.

Falsch oder gar nicht getragene Schutzbrillen sind die Ursache vieler Augenverletzungen. Täglich kommen diese bis zu mehrere tausende Male vor – dies besagt die Meldestatistik der Berufsgenossenschaft. Dabei sind Schutzbrillen in vielen Industriezweigen sogar arbeitsrechtlich vorgeschrieben. Egal ob in Chemie- oder Medizinlaboren, bei der Holz, Metall- oder Kunststoffverarbeitung – Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern Schutzbrillen zur Verfügung stellen.

Häufig wird die Brille dann aber nicht ordnungsgemäß auf der Nase getragen – sei es aus Vergesslichkeit oder Bequemlichkeit, sondern landet auf der Stirn oder in der Brusttasche. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben Studierende des Fachbereichs etit eine Brille entwickelt, die ihren Tragezustand erkennt. Registriert die Brille eine Fehlnutzung, macht sie sich bemerkbar.

Damit die Brille dies kann, haben die Studierenden Stefanie Birkenbach, Lukas Braisz, Jan Hinrichs, Maximos Kairlas und Timo Singer im Rahmen des Seminars „Praktische Entwicklungsmethodik“ (PEM) am Institut für Elektromechanische Konstruktionen (EMK) eine ausgeklügelte Sensorik entwickelt. Diese misst die Lage der Schutzbrille sowie den Abstand der Bügel. „Der Brille selbst sieht man ihr „Innenleben“ kaum an – und auch für den Benutzer ergeben sich in Sachen Tragekomfort keine Einschränkungen“, erklärt Stefanie Birkenbach. Die Sensoren lassen sich zudem in jeder beliebigen Brille integrieren.

Über drahtlose Sensorkommunikation leitet die Brille die Informationen an ein Steuergerät in der Werkzeugmaschine weiter. Sitzt die Brille nicht wie vorgeschrieben auf der Nase, gibt die Maschine ein Signal: ein Lämpchen blinkt, ein Geräusch ertönt – oder das Gerät lässt sich erst gar nicht anschalten.

Stückpreis von 25 Euro

Die Kosten für die Herstellung des Prototypen beziffern die Studierenden auf rund 45 Euro. Ab einer Stückzahl von 1.000 sei ein Preis von 25 Euro realistisch. „Für unsere Forschung haben wir eine handelsübliche Brille einfach aufgerüstet – das wäre auch mit jeder anderen auf dem Markt vorhandenen Brille möglich, lohnt sich aber bei dem geringen Stückpreis von 25 Euro wohl kaum“, so Maximos Kairlas.

Erster Platz beim COSIMA-Wettbewerb

Mit ihrem Projekt belegte das Team von EMK beim diesjährigen COSIMA-Wettbewerb (Competition of Students in Mikrosystems Applications) des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informatik e.V.) den ersten Platz. Der Wettbewerb fand im Rahmen des Mikrosystemtechnik-Kongresses von 14.10. – 16.10.2013 in Aachen statt. Mit dem Sieg beim nationalen COSIMA Wettbewerb qualifizierte sich das Team zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb iCan (International Contest of Applications in Nano-Micro Technology) der im Sommer 2014 in Japan ausgetragen wird.

Die Teilnahme am COSIMA-Wettbewerb ist bereits eine Tradition am Institut EMK. 2013 nahmen Studierende, die ihr Studium an den Fachgebieten „Mess- und Sensortechnik“ sowie „Mikrotechnik und Elektromechanische Systeme“ der Professoren Werthschützky und Schlaak vertiefen, bereits zum vierten Mal an dem Wettbewerb teil. Zum zweiten Male in Folge erreichten sie den ersten Platz.