Maxwell Award für Gerhard Sessler

Lebenswerk des Erfinders neuer Mikrofontypen geehrt

16.10.2012

Für seine herausragenden Beiträge zu elektroakustischen Wandlern, für die Entwicklung des Siliziummikrofons und für seinen bahnbrechenden Arbeiten zu elektroaktiven Materialien wurde Professor Dr. Gerhard M. Sessler, emeritierter Professor am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik der TU Darmstadt, am 26.09. in Edinburgh von Prinz Philip mit dem renommierten IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award ausgezeichnet.

Prof. Dr. Gerhard M. Sessler nahm den IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award von Prinz Philip, Duke of Edinburgh, entgegen. Bild: Gary Doak

Gerhard Sessler, geboren 1931 in Rosenfeld (Württemberg), studierte Physik in Freiburg, München und Göttingen. Nach seiner Promotion 1959 wechselte er zu den Bell Laboratories in den USA, wo er von 1959 bis 1975 forschte. Dort entwickelte er gemeinsam mit Dr. James E. West im Jahre 1962 das Elektret-Mikrofon. Elektret-Mikrofone sind leistungsstark, klein und billig. Sie sind bis heute die weltweit verbreitetsten Mikrofone und werden in großer Stückzahl (über zwei Milliarden pro Jahr) hergestellt. Anwendung finden sie vor allem in Hörgeräten, Telefonen, Videokameras sowie im Rundfunk und Fernsehen.

Elektret-Mikrofone sind Kondensator-Mikrofone. Beim Elektret-Mikrofon wird die bei den herkömmlichen Kondensatormikrofonen erforderliche Gleichspannung durch eine permanente Aufladung der Membran oder einer auf der Gegenelektrode sitzenden Kunststoffschicht ersetzt. Derart permanent aufgeladene Schichten nennt man Elektrete. Als Elektret-Materialien eignen sich besonders Fluorocarbon-Polymere, welche die eingebrachten elektrischen Ladungen über Jahrzehnte speichern und damit dem Elektret-Mikrofon eine große Lebensdauer verleihen.