Wissenschaft verständlich machen und Begeisterung für MINT wecken
21.05.2026 von Prof. Dr.-Ing. Yvonne Späck-Leigsnering, „Jugend präsentiert“, Marjane Choua
Wie lassen sich aktuelle Themen aus der Elektrotechnik so vermitteln, dass sie auch ohne fachliche Vorkenntnisse verständlich werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Keynote von Prof. Dr.-Ing. Yvonne Späck-Leigsnering beim hessischen Länderfinale des bundesweiten Schülerwettbewerbs „Jugend präsentiert“ an der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich. Rund 160 Schüler:innen und Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt der Keynote stand ein Thema aus der aktuellen Forschung im Bereich der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV): die Absicherung moderner eBike-Systeme mithilfe numerischer Simulationen. Dabei zeigte Yvonne Späck-Leigsnering, wie sich sicherstellen lässt, dass elektronische Komponenten in komplexen Systemen störungsfrei zusammenarbeiten – ein zentraler Aspekt bei der Entwicklung vernetzter und elektrifizierter Mobilitätslösungen.
Die etit-Professorin machte deutlich, wie eng in der ingenieurwissenschaftlichen Praxis Simulation, Systemverständnis und reale Anwendungen miteinander verbunden sind. Durch anschauliche Beispiele aus dem Alltag wurde nachvollziehbar, wie EMV-Analysen zur Entwicklung sicherer und zuverlässiger elektronischer Systeme beitragen.
EMV-Forschung im Kontext moderner Mobilität
Die elektromagnetische Verträglichkeit spielt insbesondere bei der Entwicklung elektrischer Antriebssysteme eine entscheidende Rolle: eBikes sind heute hochkomplexe Systeme, in denen Leistungselektronik, Sensorik und Steuergeräte eng miteinander interagieren. Numerische Simulationen ermöglichen es, mögliche Störungen bereits in der Entwicklungsphase zu identifizieren und gezielt zu vermeiden.
Das Thema zeigt exemplarisch, wie Forschung am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) der TU Darmstadt zur Lösung praxisnaher ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen beiträgt.
Präsentationskompetenz im MINT-Bereich stärken
Der Wettbewerb „Jugend präsentiert“ verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler im Bereich der Wissenschaftskommunikation zu stärken. Im Fokus steht dabei nicht nur die fachliche Korrektheit, sondern insbesondere die Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich und adressatengerecht zu vermitteln.
Bundesweit beteiligten sich in diesem Jahr über 9.500 Schülerinnen und Schüler. Vier Schülerinnen der Ricarda-Huch-Schule qualifizierten sich im hessischen Länderfinale mit Präsentationen zum Thema „Nervenzellen“ für das Bundesfinale in Berlin, das am 27. September 2026 stattfindet.
Das Länderfinale zeigte, welche Bedeutung das Vermitteln wissenschaftlicher Inhalte im MINT-Bereich hat. Neben den Präsentationen der Teilnehmenden bot die Keynote einen direkten Einblick in aktuelle ingenieurwissenschaftliche Forschung am Fachbereich etit und verdeutlichte, wie wissenschaftliche Ergebnisse verständlich in gesellschaftliche und bildungsbezogene Kontexte eingebracht werden können.
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