Internationale Impulse für die Lehre
Unite!-Gastprofessor Zhengmao Li im Interview
26.11.2025 von mho
Als Unite!-Universität setzt die TU Darmstadt auch 2025 das Ziel des Unite!-Gastprofessor:innen-Programms fort, herausragende internationale Talente anzuziehen, um die Interdisziplinarität in der Lehre und didaktische Innovation durch internationale Erfahrung zu fördern. Mit Dr. Zhengmao Li von der Aalto University in Finnland gewinnt der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik einen Gastprofessor, der mit seiner Expertise zu Wasserstofftechnologien und Multienergiesystemen wertvolle Impulse für eine nachhaltige Energieforschung setzt.
Dr. Li ist Ingenieurwissenschaftler mit Spezialisierung auf Energiesysteme, Wasserstofftechnologien und Energiespeicherung. Seine Forschung konzentriert sich auf nachhaltige Lösungen im Energiesektor. Er bringt wertvolle Expertise in die Lehre zu grüner Energieinfrastruktur und Speichertechnologien ein. An der TU Darmstadt unterstützt er Lehre und Forschung im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik. Thema seiner Lehrveranstaltung ist „Elements of Hydrogen Systems and Storage“.
Unite! hat dieses Gastprofessor:innen-Programm initiiert. Welche weiteren Vorteile bieten Lehre und Forschung an einer europäischen Universität?
Ich sehe darin große Vorteile, da Europa ein einzigartig kooperatives akademisches Umfeld mit starken Traditionen in interdisziplinärer Forschung und offenem Wissensaustausch bietet. Für mein Fachgebiet „Multienergiesysteme mit Wasserstoffintegration“ stellt Europa fortschrittliche Infrastrukturen wie intelligente Netze, Wasserstoff-Wertschöpfungsketten, KI-Methoden und groß angelegte Erneuerbare-Energien-Projekte bereit, die wirkungsvolle Forschung ermöglichen.
Darüber hinaus schafft die kulturelle Vielfalt und die geografische Nähe europäischer Universitäten mehr Möglichkeiten für gemeinsame Betreuung von Studierenden, EU-weite Förderanträge und grenzüberschreitende Pilotprojekte. Für mich bedeutet die Teilnahme an Unite! nicht nur Lehre und Betreuung in Finnland und Deutschland, sondern auch die gemeinsame Entwicklung von Curricula und Forschung, die Europas grüne Transformation und die Ziele der Klimaneutralität unterstützen.
In welchen Fachbereich würden Sie gerne Einblick gewinnen? Und warum?
Ich würde gerne einen Tag im Forschungsfeld Energy and Environment (E+E) verbringen, insbesondere im Profilthema Integrierte Energiesysteme an der TU Darmstadt. Dieser Bereich konzentriert sich auf die Verknüpfung von Strom, Wärme und Mobilität, um auch unter schwankenden Bedingungen eine nachhaltige und klimaneutrale Energieversorgung sicherzustellen. Das deckt sich nahezu vollständig mit meiner Forschung zur optimalen Planung und zum Betrieb von Multienergiesystemen mit Wasserstoffintegration, KI-gestützter Optimierung und Resilienzsteigerung.
Durch die Teilnahme an Aktivitäten dieses Fachbereichs könnte ich mit Expert:innen zusammenarbeiten, die intelligente Energiekonzepte, sektorübergreifende Koordinationsstrategien und politische Rahmenbedingungen entwickeln. Dieser Austausch würde mir ermöglichen, meine KI- und Optimierungsmethoden mit den interdisziplinären Stärken der TU Darmstadt im Bereich Energiesystemintegration zu verknüpfen und gemeinsame Forschung zu Themen wie Sektorkopplung, Energiespeicherung und resilienter Betrieb von wasserstoffbasierten Systemen zu initiieren.
An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität besonders betont. Welche Schnittstellen zu anderen Fachbereichen gibt es in Ihrem Forschungsfeld?
Meine Forschung weist von Natur aus zahlreiche Schnittstellen über die Elektrotechnik hinaus auf, zum Beispiel:
- Maschinenbau: Optimierung von Wasserstoffproduktion, Brennstoffzellen und Komponenten der Energiespeicherung
- Informatik: Entwicklung von KI, maschinellem Lernen und Digitalen Zwillingen für Energiesysteme
- Bau- und Umweltingenieurwesen: Integration von Energiesystemen in nachhaltige smarte Städte, Seehäfen und Flughäfen
- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Gestaltung von Energiemärkten, Politikforschung und Verhaltensaspekte der Energiewende
Ich sehe große Potenziale für interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa durch die Kombination von physikalisch informierter KI aus der Informatik mit energietechnischer Modellierung im Ingenieurwesen und der Analyse wirtschaftlicher Machbarkeit und politischer Auswirkungen mit den Sozialwissenschaften. Diese Art von Interdisziplinarität ist entscheidend, um Lösungen zu entwickeln, die technisch fundiert, wirtschaftlich umsetzbar und gesellschaftlich akzeptiert sind.
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