Vom HiWi bei etit zum internationalen Wissenschaftler

Michael Zink arbeitete schon 1997 als Hiwi am Fachgebiet KOM. Der renommierte Wissenschaftler ist jetzt als Gastforscher wieder am Fachbereich

29.04.2016 von

Schon während seines etit-Studiums vor 20 Jahren arbeitete Michael Zink am Fachgebiet Multimedia Kommunikation als HiWi und forschte dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Thema Internet. Heute ist der renommierte Wissenschaftler aus den USA zurück bei etit. Hier unterstützt er die Forschung am Sonderforschungsbereich MAKI.

Michael Zink, Gastforscher von der Universität Massachusetts Amherst

Normalerweise forscht Michael Zink, Alumnus des Fachgebiets Multimedia Kommunikation (KOM), im „Department of Electrical and Computer Engineering“ an der Universität Massachusetts Amherst. Schon seit 2015 ist er für mehrere Monate zu Besuch in Darmstadt, um im Sonderforschungsbereich MAKI gemeinsam mit KOM-Wissenschaftlern an Themen zu arbeiten, die das zukünftige Internet betreffen. Sein Schwerpunktthema ist „Information Centric Networks“, bei denen man Inhalte nicht mehr durch IP-Adressen, sondern direkt mit Namen adressiert.

Matthias Bastian vom Fachgebiet Multimedia Kommunikation (KOM) führte mit dem international renommierten Wissenschaftler ein Interview:

„Michael, welche Geschichte verbindet Dich mit dem Fachgebiet Multimedia Kommunikation?“

„Ich habe schon 1997 als Hiwi bei KOM gearbeitet. Meine Forschungsthemen waren damals noch Quality of Service, Research Reservation Protocols over ATM. Anschließend habe ich bei KOM meine Diplomarbeit über das Thema „Integration of ATM and Internet Quality of Service Architectures: Overview and Evaluation of RSVP over ATM Approaches” geschrieben.

Danach bin ich für ein Jahr in die USA gewechselt und kam im November 1998 für meine Promotion zurück an das Fachgebiet. Damals war das noch eine richtige Pionierzeit. Ich erinnere mich, dass wir noch Kabel selbst verlegt haben. Viele Kollegen, mit denen ich auch heute noch gut befreundet bin, kamen damals neu ins Team. Die Zusammenarbeit ist heute noch toll. Nach meiner Promotion habe ich mich dann wieder für ein Angebot aus den USA entschieden und seitdem bin ich an der University of Massachusetts Amherst.“

„Damals hattet ihr bestimmte viele Vorstellungen davon, wie sich alles entwickelt. Ist davon etwas wahr geworden?“

„Ich forsche schon seit vielen Jahren zum Thema verteilte Systeme und Computernetzwerke, in ganz unterschiedlichen Themenbereichen. Zwischen unserer damaligen Erwartungshaltung und dem, was dann wirklich passiert ist, gibt es deutliche Unterschiede: Damals war es noch eine andere Zeit. Wenn wir Übertragungsgeschwindigkeiten von 155Mbit/s erreichten, dann war das schon fantastisch. Wir konnten damals nicht absehen, wie schnell sich alles entwickeln würde.

Aber es ist auch Aufgabe der Forschung, Themen nachzugehen und diese wieder fallen zu lassen, wenn sie in einer Sackgasse enden. Das gehört zum Prozess, wenn man neues Wissen schaffen will. Und es ist nicht umsonst, denn man lernt dabei meist wichtige Grundlagen, die man dann auf neue Themengebiete anwenden kann. Technologien ändern sich, aber die Grundlagen bleiben gleich.“

„In der Forschung unterstützt Du den Sonderforschungsbereich MAKI für das zukünftige Internet. Was genau machst Du dort?“

Eigentlich forsche ich in den USA an Cyberphysical Systems, Cloud Computing, und Architekturen für das zukünftige Internet. Dort mache ich gerade ein Sabbatical, um mich weiterzubilden und meine Forschung neu auszurichten. In den USA gibt es einige Future-Internet-Projekte, aber MAKI ist besonders interessant, weil es einen sehr speziellen, eigenen Ansatz hat. Umgekehrt kann ich den Wissenschaftlern bei MAKI zeigen, was man in den USA macht, kann Verbindungen herstellen, Wissenschaftler vernetzen und Wissen austauschen. Gemeinsam überlegen wir, was die nächsten Schritte in der Forschung sind und wie wir voneinander lernen können. Mein Schwerpunktthema ist „Information Centric Networks“, bei denen man Inhalte nicht mehr durch IP-Adressen, sondern direkt mit Namen adressiert. Also weg von dem 40 Jahre alten hostzentrierten Paradigma des Internets und hin zu einer Architektur, in der Inhalte viel mehr im Vordergrund stehen.

„Was ist im Bereich Netzwerktechnologie ein entscheidendes Zukunftsthema?“

„Die Sicherheit, gerade im Kontext des „Internet of Things“. Wenn wir keine sichere Basis schaffen für eine Zukunft, in der alles mit allem vernetzt ist, dann wird das in enormen Problemen resultieren. Ein anderes wichtiges Thema ist, wie wir die weltweite Internetabdeckung fördern können, ohne dabei die Netzneutralität zu gefährden. Das ist notwendig, um auch Entwicklungsländern den gleichen Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen, wie wir ihn haben. Sonst klafft die „digitale Lücke“ irgendwann zu weit. Das ist ein komplexes Thema mit vielen Seiten, aber auch technologische Innovationen können bei einer schnelleren Verbreitung des Internets helfen.“

Das vollständige Interview ist online im Blog des Fachgebiets Multimedia Kommunikation zu lesen.