Gut im Wasser unterwegs

„MFTorpedo“ taucht am schnellsten und zielgenauesten

10.02.2016 von

Tauchroboter-Duell im Hörsaal: Die Geräte traten zum Wettkampf in den Disziplinen Schnelligkeit und Präzision im Wasser an. Ein Semester lang hatten Studierendenteams am Institut für Elektromechanische Konstruktionen getüftelt und gearbeitet – um im Kampf gegen die Zeit, das Maßband sowie vor den kritischen Augen der Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft zu bestehen.

Die Aufgabe des Projektseminars „Praktische Entwicklungsmethodik“ war in diesem Wintersemester die Entwicklung eines vollautomatischen Tauchroboters. Bild: Patrick Bal

Die Aufgabenstellung war exakt vorgegeben: Einen Roboter entwickeln, der sich vertikal im Wasser bewegen kann – und das so schnell und präzise wie möglich. Das Gerät durfte eine maximale Wasserverdrängung von 4,25 Litern sowie eine Bauhöhe von 30 Zentimetern nicht überschreiten. Der Tauchvorgang musste nach einmaligem Einstellen des Geräts vollautomatisch ablaufen. Und: Neben der Entwicklungszeit war mit 75 Euro auch das zur Verfügung stehende Budget beschränkt.

Insgesamt 27 Studierende hatten sich in sechs Teams dieser herausfordernden Aufgabe gestellt. Ihre kreativen Lösungen präsentierten sie gestern beim bereits legendären PEM-Abschlusswettbewerb am Institut für Elektromechanische Konstruktionen des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt. Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um das Wetttauchen der Roboter live zu verfolgen und den eigenen Favoriten anzufeuern. In verschiedenen Prüfungen wurde ausgelotet, welches Gerät die Anforderungen am besten meistert.

Zum Start der Bilderstrecke bitte auf das Foto klicken. Bilder: Patrick Bal

Die Fachjury aus Industrievertretern hatte Gelegenheit, die einzelnen Roboter auch aus nächster Nähe zu begutachten.

Bevor die Roboter schließlich ins Wasser durften, wurde die Größe der Roboter überprüft. Die maximal erlaubte Höhe betrug 30 cm.

Der Wettbewerb kann starten. Vor den strengen Augen des Schiedsrichters setzt das Team „EMKreiseltaucher“ ihren Roboter in die 1,8 m hohe Tauchsäule.

Der Wettbewerb bestand aus zwei Runden. In der ersten Runde wurde die Schnelligkeit des Ab- und Auftauchvorgangs gemessen.

In dieser Disziplin war das Team „EMKlabautermann“ spitze. Der Roboter des Teams meisterte das Ab- und Auftauchen in 38 Sekunden.

Leider schafften nicht alle Roboter die gestellte Aufgabe und mussten schließlich mit einer Angel aus der Säule geborgen werden.

In der zweiten Runde war Präzision gefragt. Die Roboter mussten eine vorgegebene Tiefe möglichst genau erreichen.

Die stolzen Gewinner des Wettbewerbs: Das Team „MFTorpedo“.

Projektseminar „Praktische Entwicklungsmethodik“

Entwickelt wurden die elektromechanischen Tauchroboter im Rahmen der Lehrveranstaltung „Praktische Entwicklungsmethodik“ (PEM) der Professoren Mario Kupnik, Helmut F. Schlaak und Roland Werthschützky, die seit 1965 am Institut für Elektromechanische Konstruktionen (EMK) am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt abgehalten wird.

In dem 2013 vom Land Hessen mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgezeichneten Projektseminar lernen die Studierenden etablierte Entwicklungsprozesse industrienah am praktischen Beispiel kennen: Anhand eines motivierenden Projekts wird das systematische und methodische Vorgehen zum eigenständigen Lösen einer technischen Aufgabenstellung vermittelt. Auf diese Weise sammeln die Studierenden schon früh in ihrem Studium Erfahrungen, die sie als Ingenieure in der Industrie sofort einsetzen können. Neben technischem Wissen werden soziale Kompetenzen durch gezielte Teamarbeit, sowie Vortrags- und Moderationstraining gefördert.