Elektromagnetische Sensoren: Neue Wege in Biologie und Medizin

06.06.2016

Elektromagnetische Sensoren: Neue Wege in Biologie und Medizin

Vorlesungsreihe „Was steckt dahinter?“ mit Professor Dr.-Ing. Christian Damm

Es gibt eine Vielzahl von Herausforderungen bei der Messung medizinischer und biologischer Messgrößen, welche noch nicht zufriedenstellend gelöst sind oder aber für neue Einsatzzwecke eine neue Lösung erfordern. Vortrag am 14. Juni im Maschinenhaus.

Erkrankungen könnten in Zukunft durch elektromagnetscihe Sensoren früher erkannt und behandelt werden.
Erkrankungen könnten in Zukunft durch elektromagnetscihe Sensoren früher erkannt und behandelt werden.

Typische Messgrößen sind hier zum Beispiel diverse Krankheitserreger, Krebszellen und Tumore oder Umweltgifte. Ein wichtiger Grund für die Suche nach neuen Lösungen ist der demographische Wandel der Gesellschaft in den Industrieländern und den damit verbundenen Herausforderungen an eine individuelle Gesundheitsvorsorge. Zur bestmöglichen Versorgung und gleichzeitigen Kostenreduzierung sind mobile personalisierte Diagnosesysteme vor Ort notwendig, die eine rechtzeitige Erkennung gefährlicher Situationen ermöglichen und zu vermeiden helfen und gleichzeitig eine maximale Freiheit ohne Lebensqualitätsverlust für den Patienten ermöglichen.

Dies ist mit der bisher üblichen Labordiagnostik nicht möglich. Weiterhin ist die Verbesserung der Diagnose und Therapie im Sinne einer geringeren Patientenbelastung ein großes Anliegen, beispielsweise bei der Erkennung und Behandlung von Tumoren. Ein ebenso wichtiger Grund ist die Bereitstellung einfacher Diagnoseverfahren in Bereichen, die bisher aufgrund der hohen Kosten oder der schlechten lokalen Infrastruktur nicht durch die Labordiagnostik abgedeckt werden. Dies betrifft insbesondere die Schwellen-und Entwicklungsländer. Hier sind Millionen von Menschen tagtäglich durch Krankheiten bedroht, welche bei rechtzeitiger Behandlung eigentlich keine ernsthafte Gefahrdarstellen würden.

Da jedoch frühdiagnostische Maßnahmen in ländlichen Regionen fehlen, sterben Millionen von Menschen beispielsweise in Afrika an der Schlafkrankheit. Hier versprechen elektromagnetische Sensoren möglicherweise eine Lösung, welche kostengünstig und auch unter schwierigen Bedingungen einzusetzen wäre. Der Vortrag gibt einen Überblick über die allgemeine Thematik und stellt weiterhin aktuelle Forschungsarbeiten an der TU Darmstadt zu diesem hochaktuellen Thema kurz vor.

Ort: Hörsaal S1|05 Raum 122 (Maschinenhaus in der Magdalenenstraße 12, 64289 Darmstadt)

Uhrzeit: 17:15 bis 18:45 Uhr

Vorlesungsreihe „Was steckt dahinter?“:

In dieser Vorlesungsreihe, die jeweils im Sommersemester angeboten wird, soll ein Beitrag zu einem größeren allgemeinen Verständnis der mathematisch-naturwissenschaftlichen, der technischen und der gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Entwicklungen an unserer Universität geleistet werden. Jeweils dienstags ab 17:15 Uhr berichten Wissenschaftler der TU Darmstadt sowie auch auswärtige, eng mit der TU Darmstadt zusammenarbeitende Wissenschaftler in allgemein verständlicher Form über Motivation, Hintergründe und Ergebnisse ihrer aktuellen Forschungsarbeiten.
Mehr Informationen: Website der Ringvorlesung „Was steckt dahinter?“

Prof. Dr.-Ing. Christian Damm:

Christian Damm ist Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt. Er leitet das Fachgebiet Terahertz-Sensoren am Institut für Mikrowellentechnik und Photonik.

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