Girls‘ Day 2016 bei etit

04.05.2016

Girls‘ Day 2016 bei etit

Mädchen gehen am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik kreativ ans Werk

Schrauben, Bohren, Löten, Programmieren und Verkabeln: darin haben sich beim Girls‘ Day am letzten Donnerstag die teilnehmenden Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren bei etit ausprobiert. Unterstützt wurden sie dabei von Betreuerinnen und Betreuern aus dem Fachbereich, die die Mädels durch drei angebotene Kurse begleiteten.

Über den heruntergebeugten Köpfen der gut 20 Mädchen steigen Rauschschwaden auf – es riecht nach Lötzinn, auch wenn alle Fenster des Raumes auf Kipp stehen. Die Mädels des Kurses „Elektrotechnik und Informationstechnik“ lassen sich davon aber nicht stören, sie löten vertieft an ihren herzförmigen Platinen. Während sie vorsichtig eine weitere LED an der Platine befestigt, erzählt die 14 jährige Alexandra von der Hochspannungshalle, die die Gruppe am Morgen besucht hat. „Wir haben ein Blitz in ein Auto einschlagen lassen – und durften uns sogar reinsetzten. Das war richtig spannend.“ Demonstriert wurde neben dem faradayschen Käfig auch die Funktion eines Blitzableiters, „ohne den ist der Blitz einfach in die Häuser eingeschlagen.“

Die LEDs blinken - Carina hat beim Löten alles richtig gemacht.
Die LEDs blinken – Carina hat beim Löten alles richtig gemacht.

Carina präsentiert stolz ihr blinkendes Herz – sie war heute als erste fertig. Die 14 Jährige bringt aber auch schon Vorerfahrung im Löten mit – sowohl in der Schule, aber auch bei vergangenen Girls‘ Day hat sie das schon gelernt. Denn Carina ist Wiederholungstäterin und schon zum zweiten Mal an der TU am Girls‘ Day – „es ist zwar anstrengender aber auch cooler als Schule.“ Warum sie dieses Jahr die einzige aus ihrer Klasse beim Girls‘ Day ist, versteht sie gar nicht: „Die anderen verpassen hier echt viel.“

Die selbstgebaute ROBO-Biene erkennt Hindernisse im Raum

Lea hat aus ihrer Biene eine Motte gemacht. "Das sieht viel cooler aus" erklärt sie.
Lea hat aus ihrer Biene eine Motte gemacht. „Das sieht viel cooler aus“ erklärt sie.

Auch in der Werkstatt der Mechatroniker wird fleißig gelötet. Hier werkeln fünf Mädchen an Robotern. „Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich mal alleine einen Roboter bauen würde“, erzählt Lea. Mit der Hilfe von Auszubildenden des Bereichs hat die 10-jährige das vor ihr stehende Grundgerüst der ROBO-Biene am Vormittag schon gefertigt. Jetzt werden noch die letzten Drähte angelötet und dann kann Lea ihren Roboter testen. Die gut 15 Zentimeter große Biene kann zwar nicht fliegen – dafür aber fahren. Mit ihren Fühlern reagiert sie auf Hindernisse. Stößt einer der Fühler auf einen Widerstand, polen die Motoren um und die Biene fährt in eine andere Richtung. So kann sich die Roboterbiene eigenständig im Raum bewegen.

Legoautos programmieren

Das Auto tut noch nicht so ganz, was es soll. Cráinne sucht den Programmierfehler.
Das Auto tut noch nicht so ganz, was es soll. Cráinne sucht den Programmierfehler.

Mit am längsten waren wohl die Teilnehmerinnen des Workshops „NeXT Generation: LEGO-Autos bauen und programmieren“ an der TU. Doch selbst am Nachmittag wirken Gráinne und Franziska noch ziemlich motiviert, während sie ihre neuen Befehle in Java programmieren.

Die Legoautos haben sie heute zwar nicht selbst zusammengebaut, dafür können sie sie aber eigenständig programmieren. Das klingt kompliziert: ist es auch. Aber anhand der vorbereiteten Aufgaben konnten die Mädchen sich langsam in die Programmiersprache Java einarbeiten. „Die Befehle übertragen wir dann auf diesen Baustein hier“, erklärt die 11 jährige Annika. Der „NXT-Baustein“ ist Teil des Autosets von Lego und kann das Auto steuern. Abstandssensoren an Vorder- und Rückseite des Legoautos sind dafür wichtig.

Annikas Mutter programmiert auch - das hat sie neugierig gemacht.
Annikas Mutter programmiert auch – das hat sie neugierig gemacht.

Grübelnd und diskutierend sitzen die Mädchen in Zweierteams vor den PCs. Andere testen mit dem Auto im Flur ihre Programmierung. „Auch wenn wir zwischendurch manchmal keine Idee mehr hatten, wie wir die Aufgabe lösen sollen, war es echt lustig. Wir haben dann einfach etwas Neues ausprobiert. Mittlerweile haben wir den Dreh raus“, erklärt Annika, schon halb in die nächste Aufgabe auf dem Blatt vertieft.

Fazit des Girls‘ Days 2016 bei etit: Es hat allen Spaß gemacht. Und alle freuen sich schon auf das nächste Mal.

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