Forschung gegen dicke Luft

28.07.2015

Forschung gegen dicke Luft

Nachwuchswissenschaftler von etit erhält Preis der besten Jungautoren

Wie lässt sich die Schadstoffmenge in Autoabgasen mithilfe eines Katalysators ressourceneffizient minimieren? Dieser Frage geht Nachwuchswissenschaftler Radoy Stanchev im Rahmen seiner Dissertation nach, die er bei etit am Fachgebiet Regelungstechnik und Mechatronik bei Professor Ulrich Konigorski schreibt. Für seine Forschungsarbeit wurde er bei der AUTOREG 2105 mit dem Preis für den besten Vortrag der Jungautoren ausgezeichnet.

Bild: www.TheEnvironmentalBlog.org, flickr
Bild: www.TheEnvironmentalBlog.org, flickr

Verbrennt man Kraftstoff in Verbrennungsmotoren, entstehen aufgrund der nicht idealen Prozessrandbedingungen unerwünschte Nebenprodukte. Die Menge dieser Schadstoffe ist im Motorabgas durch die Gesetzgebung limitiert. Um diese Richtlinien einzuhalten, werden bei Ottomotoren zur Abgasbehandlung Drei-Wege-Katalysatoren eingesetzt. Ein solcher Katalysator wandelt Kohlenwasserstoffe (HC), Kohlenstoffmonoxid (CO) und Stickoxide (NOx) gleichzeitig zu Wasser (H2O), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickstoff (N2) um. Für die Herstellung werden derzeit jedoch noch reichlich die knappen Seltenerdmetalle und Edelmetalle benötigt.

Ziel der Forschungsarbeiten von Stanchev und seinen Kolleginnen und Kollegen ist es, einen Autoabgaskatalysator zu entwickeln, der bei einem deutlich reduzierten Gehalt an Edelmetall und Seltenerdmetall die gleiche Menge an Schadstoffen neutralisiert. Zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Ernst-Berl-Instituts für Technische und Makromolekulare Chemie an der TU Darmstadt und des Instituts für Technische Chemie und Polymerchemie am Karlsruher Institut für Technologie arbeitet er in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert interdisziplinären Industrie-Projekt. Die Federführung liegt bei der Firma Umicore AG & Co KG.

Der Part des Darmstädter Forschers in dem Projekt ist es, modellbasierte Regelungsverfahren für Drei-Wege-Autoabgaskatalysatoren zu entwickeln. In dem prämierten Beitrag stellt er eine neuartige Modellbildung und die darauf basierende Regelung eines Drei-Wege-Autoabgaskatalysators vor. Im Vergleich zu bisherigen Modellen erlaubt das Darmstädter Modell eine bessere Einsicht in Struktur und Dynamik des Systems – und ebnet damit den Weg für Katalysatoren, bei denen insbesondere die knappen Seltenerdmetalle sowie Edelmetalle effizienter eingesetzt werden. Neben der Auszeichnung konnte er sich über ein Preisgeld von 300 Euro freuen.

Zur Person

Radoy Stanchev studierte ab dem Wintersemester 2005/06 an der TU Darmstadt Elektrotechnik und Informationstechnik mit der Vertiefungsrichtung Automatisierungstechnik. Seit Juli 2011 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Automatisierungstechnik und Mechatronik, Fachgebiet Regelungstechnik und Mechatronik bei Professor Ulrich Konigorski.

zur Liste